Natur im Garten – Naturgarten-Zertifizierung in BW
„Natur im Garten" ist eine Auszeichnung für naturnah bewirtschaftete Gärten. In Baden-Württemberg vergeben der Landesverband der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V. und der Verein Bodenseegärten die Naturgarten-Zertifizierung an Privatgärten, die ohne chemisch-synthetische Mittel auskommen und Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen. Diese Seite erklärt, was hinter „Natur im Garten" steckt, welche Kriterien ein Naturgarten erfüllen muss, wie die Zertifizierung abläuft und wer in welchem Landkreis zuständig ist.
Was ist „Natur im Garten"?
„Natur im Garten" ist eine Initiative für ökologisches Gärtnern, die 1999 in Niederösterreich gegründet wurde. Ihr Ziel ist die Umgestaltung von Privatgärten und öffentlichem Grün hin zu mehr Naturnähe, um die Biodiversität zu sichern und zu fördern. Die Organisation berät Privatpersonen, Kommunen, Schaugärten und Betriebe und vergibt eine Zertifizierung für naturnah gepflegte Gärten. In Deutschland koordiniert die 2020 gegründete Natur im Garten Deutschland e.V. die Landesverbände.
Kennzeichnend ist ein pragmatisches Naturgartenverständnis: Bewertet werden der ökologische Wert der Bepflanzung und ihre Herkunft, invasive Arten ausgenommen, ebenso wie die Bedürfnisse der Menschen, etwa der Anbau von Obst und Gemüse und die Erholung im Garten.
Wer ist in Baden-Württemberg zuständig?
In Baden-Württemberg führen zwei Organisationen die Privatgartenzertifizierung durch. Welche Stelle für Ihren Garten zuständig ist, hängt vom Landkreis ab: Für die Landkreise rund um den Bodensee, in der nebenstehenden Karte grau hinterlegt, ist der Verein Bodenseegärten zuständig, der dort bereits seit 2015 zertifiziert. Für alle übrigen, gelb markierten Landkreise wenden Sie sich an den Landesverband der Gartenfreunde: info@landesverband-bw.de.


Welche Kriterien gelten für einen Naturgarten?
Grundlage jeder Zertifizierung sind drei Kernkriterien. Ein Naturgarten wird ohne diese Mittel bewirtschaftet:
- keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel (Pestizide)
- keine chemisch-synthetischen (mineralischen) Düngemittel
- kein Torf
Darüber hinaus fließen naturnahe Gestaltungselemente in die Bewertung ein, etwa heimische Pflanzen, Lebensräume für Tiere sowie ein ausgewogenes Verhältnis von Nutz-, Zier- und Erholungsflächen. Der ökologische Wert einer Pflanze wird ebenso berücksichtigt wie ihre Herkunft. Die vollständige Liste der Bewertungskriterien steht auf dieser Seite als Kriterienliste zum Download bereit.
Wie läuft die Naturgarten-Zertifizierung ab?
Wer seinen Garten zertifizieren lassen möchte, wendet sich je nach Landkreis an den Landesverband der Gartenfreunde BW oder an die Bodenseegärten. Nach der Kontaktaufnahme wird der Garten von geschulten Beraterinnen und Beratern besichtigt und anhand der Bewertungskriterien eingeschätzt. Erfüllt der Garten die Anforderungen, erhält er die Auszeichnung „Natur im Garten". Den genauen Ablauf beschreibt das Merkblatt „Naturgarten-Zertifizierung – wie geht das?", das auf dieser Seite als Download bereitsteht.
Warum einen Naturgarten anlegen?
Ein Naturgarten schützt die Artenvielfalt, spart Ressourcen und schafft ein gesundes Umfeld direkt vor der Haustür. Heimische Pflanzen bieten Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum, der Verzicht auf chemisch-synthetische Mittel schont Boden und Grundwasser, und naturnahe Strukturen wie Totholz, Wildhecken oder Wasserstellen erhöhen die ökologische Vielfalt. Die Auszeichnung „Natur im Garten" macht dieses Engagement sichtbar und reiht Ihren Garten in ein wachsendes Netzwerk naturnaher Gärten in Baden-Württemberg ein.
Häufige Fragen zur Naturgarten-Zertifizierung
Antworten auf die wichtigsten Fragen zu „Natur im Garten", zur Zertifizierung und zur Zuständigkeit in Baden-Württemberg.
