Zur Entstehung eines Tiny Forest hatte sich der Kleingärtnerverein Mannheim-Süd, innerhalb des Landesverbandes der Gartenfreunde Baden-Württemberg mit 950 Parzellen der zweitgrößte Kleingartenverein, auf eine Ausschreibung der Mannheimer Versorgungsbetriebe MVV im Rahmen der Stiftung Zukunft beworben und den Zuschlag erhalten. Für die Gartenfreunde wurden 1200 Setzlinge, bestehend aus 20 Gehölzarten zur Pflanzung nach Patenschaft freigegeben. Der Pflanzbereich war eine Freifläche in der Kleingartenanlage. Hier soll auf einem rund 250 Quadratmeter großen Areal, direkt neben dem Grünschnitt-Abfallplatz, ein Mini-Wäldchen entstehen. Zur Auswahl standen folgende Bäume und Sträucher: Elsbeere; Berberitze; Sanddorn; Wildbirne; Rotbuche; Hundsrose; Spitzahorn; Felsenbirne; Roter Hartriegel; Kreuzdorn; Wildapfel; Liguster; Haselnuss; Eberesche, Traubenkirsche; Pfaffenhütchen; Schwarzdorn; Weißdorn; Pulverholz; Hainbuche; weißer Maulbeerbaum; Schneeball; Winterlinde; Traubeneiche; Schwarzer Holunder; Stieleiche; Sandbirke; Steinweichsel; Echter Faulbaum.
Der Landesverband der Gartenfreunde BW entschied sich für die Patenschaft einer Felsenbirne. Sie gibt im Winter noch Nahrung an die Vögel und lockt im Frühjahr die Bestäuber an. In Konkurrenz mit den Vögeln kann die Beere in der Küche zu einer leckeren Marmelade verarbeitet werden.
In drei Jahren soll sich der Mini-Wald voll entwickelt haben und etwa 150 Tonnen CO2 einsparen. Der erste Schritt sei, laut Werner Faschingbauer von der MVV Stiftung Zukunft, der für die finanzielle und organisatorische Unterstützung zuständig ist, die Aktivierung des Bodens sein, die allein schon zur Einsparung von 8,5 Tonnen CO2 führen soll. Circa ein Meter tief wurde der Boden abgetragen und mit einer besonderen Pflanzenkohle aktiviert. „Der Boden bleibt dann einige Wochen so liegen, damit sich eine gute Humusschicht bilden kann“ erläuterte Werner Faschingbauer weiter. In den ersten drei Jahren der Anwachsphase des Tiny Forest kümmert sich der Kleingärtnerverein zusammen mit dem Vereinsmitglied Domenic Kraft, Gärtnermeister für Landschaft- und Gartenbau, um die Pflanzenpflege. Das Ziel eines Tiny Forest ist, dass er sich selbst reguliert und keiner größeren Pflege bedarf.
Ziel des Tiny Forrests ist nicht nur ein Beitrag zur Verbesserung der Luft, das Projekt soll auch als Lernprogramm für Schulen und Kindergärten aus der Umgebung der Kleingartenanlage dienen: „So können die Kinder entdecken, welche einheimischen Bäume und Sträucher bei uns hier wachsen“, erklärte der Vereinsvorsitzende Alexander Kubiak.
Die Kleingärtner von Mannheim-Süd bedanken sich bei allen Sponsoren, Baumpaten, fleißigen Gärtnern, Kindern und ihren Mitarbeitern, die an dem Projekt in verschiedenster Weise mitgewirkt haben und sehen voller Erwartung dem erfolgreichen Anwachsen der Waldbäumchen und -Sträucher im Tiny Forest entgegen.
Zusammenfassung der Berichte der Vorstandschaft vom Kleingartenverein Mannheim Süd e.V. und Heidi Ehrhardt, Landesverband

